Am frühen Nachmittag brechen wir von Zuhause auf und fahren mit Ammertalbahn, S-Bahn und ICE zum Flughafen München. Das Wetter ist frühlingshaft und wir genießen den Blick auf eine grüne Landschaft mit blühenden Kirschbäumen.

Am Abend geht der Flug mit der Lufthansa nach Neu Delhi. Bereits am Gate in München lernen wir einen Teil unserer Reisegruppe kennen, denn Reisende mit Motorradhelm im Handgepäck fallen dann doch auf. Wir versuchen so gut wie möglich während des Nachtfluges zu schlafen. Am Morgen erreichen wir Delhi, das bereits in der Frühe vom Smog bedeckt wird (Bild rechts). Wir tauschen Geld und schlagen uns zum Bustransfer zum nationalen Terminal durch. Dort angekommen, treffen wir dann auf unseren Road Captain Peter Paulo dos Santos und die weiteren Reiseteilnehmer.

Nach einer Stärkung in einer Bar geht es dann mit Spice Air nach Bagdogra im Osten Indiens. Wir haben nur einen kurzen Blick auf den Himalaya, ansonsten bleibt es trübe. In Bagdogra erschlägt uns zunächst die schwüle Hitze. Nach Ergatterung des Gepäcks vom Band, besteigen wir den bereit stehenden Bus zur Fahrt nach Mirik. Unsere Koffer werden stilecht auf dem Dach verladen und wir bekommen weiße Schals zur Begrüßung. Das Innere des Busses überrascht uns mit einer stilvoll verzierten Holdzdecke
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Die Fahrt im Bus gibt uns erste Eindrücke von der Bevölkerungszahl, der Armut und den Verkehrsverhältnissen in Indien. Man hat den Eindruck, dass die Stadt hauptsächlich aus 2x2 m² großen Hüttchen am Strassenrand besteht in denen irgendjemand seinem Handwerk nachgeht oder versucht irgendetwas zu verkaufen. Auf den Strassen gilt ganz klar der Grundsatz “Ich hupe, also bin ich!”. Wer nicht hupt wird nicht wahrgenommen. Jede noch so kleine Lücke wird zugefahren, egal ob es dem Verkehrsfluss dient oder nicht. Und sowieso gilt, je größer um so mehr Rechte. Uns wird nicht unbedingt wohler bei dem Gedanken, dass wir uns am nächsten Tag selber mit dem Motorrad in diesem Gewühl fortbewegen sollen.

Nach einer Teepause beginnt die Strasse sich aus der Ebene zu erheben und sich in abenteuerlichen Kurven den Berg hinaufzuwinden. Wir kommen ins Teeanbaugebiet von Darjeeling. Schließlich erreichen wir unser Tagesziel, Mirik. Vor dem Abendessen drehen wir noch eine kleine Spazierrunde um den See in Mirik. Eigentlich eine nette Anlage, wenn nicht alle Mauern und Stege am zerfallen wären und nicht so viel Müll rumliegen würde. Auf dem Berg sieht man das Kloster, welches wir am nächsten Morgen kurz besuchen.

Am Abend gibt es dann das erste indische Essen. Es war scharf, aber noch touristentauglich und schmeckte uns sehr gut. Danach gab es noch ein Gläschen Rum auf den ersten Tag. Der spätere Abend lehrte uns dann, warum es in den Reiseunterlagen hieß, dass man auf jeden Fall eine Taschenlampe dabei haben sollte, denn es gab unseren ersten Stromausfall der gleich mehrere Stunden dauerte. Und es sollte nicht der letzte auf dieser Reise gewesen sein.

 

08./09.04.2010 - Aufbruch nach Indien

Letzte Aktualisierung 01.11.2018


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Jean-Marie Will