Die heutige Etappe führt von der Grenzstadt Phuntsholing nach Paro, der zweitgrößten Stadt Bhutans. Anfangs ist das Wetter warm und sonnig, später geraten wir aber auch nochmal in Regen. Kurz nach der Abfahrt betanken wir die Motorräder. Typisch für indische und bhutanesische Tankstellen sind die Sandeimer zur Feuerbekämpfung. Kurz danach kommen wir wieder an eine Desinfektionskontrolle, an der die Räder der Motorräder abgesprüht werden.

Wir schrauben uns langsam wieder höher. Phuntsholing liegt auf 300m Meereshöhe während Paro auf 2100m liegt. Leider erlaubt der Dunst keine sehr gute Fernsicht, aber an manchen Stellen kann man erahnen wie tief die Täler sind. Wir machen immer wieder Fotostops.

Jean-Marie filmt mal wieder während der Fahrt. Hier mal zwei Vergleiche: ein Video auf einem der schlechteren (Strassen)Stücke und eines auf einem guten, relativ neu gebauten Teilstück.

Unsere Mittagspause machen wir in einem bunt, aber hübsch eingerichteten Lokal am Wegesrand. Von dort hat man einen Blick auf einen Stausee im Tal. Bhutan erzeugt mit seinen Stauseen deutlich mehr Strom als es selber benötigt und verkauft diesen dann an Indien, wo Strommangel herrscht. Das erklärt auch, warum wir in Bhutan nur selten oder nur kurz Stromausfälle erlebten, während sie in Indien an der Tagesordnung sind.

Auf dem Bild oben sieht man auch zum ersten Mal unseren neuen lokalen Reiseführer, Mr. Bhim. In Bhutan darf man nicht auf eigene Faust reisen. Bevor das Einreisevisum erteilt wird, muss man sich an eine Agentur wenden, die alles Organisatorische übernimmt und die auch die Zwangsabgabe von ca. 200$ pro Tag und Nase einfordert. Erst wenn dies bezahlt ist, wird das Visum erteilt. Es wird an die Agentur übergeben, nicht an den Reisenden persönlich. Von den 200$ gehen 65$ direkt an den Staat Bhutan zum Ausbau der touristischen Infrastruktur. Von dem Rest bestreitet die Reiseagentur die Hotel-, Transport- und Verpflegungskosten. Der Guide der Agentur muss auch mitreisen und fungiert dann auch gleich als Reiseführer der alle Sehenswürdigkeiten erklärt und die Formalitäten an den vielen Grenzkontrollen innerhalb des Landes regelt.

Für unsere Teepause am Nachmittag hielten wir an dieser Hütte. Sie war einfach, aber der Tee schmeckte.

Kurz danach erreichten wir den Aussichtspunkt auf den Flughafen von Paro. Dies ist (noch) der einzige Verkehrsflughafen in Bhutan. Er wird von der staatlichen Luftfahrtgesellschaft “Druk Air” mehrmals in der Woche angeflogen. Die Verbindungen gehen im wesentlichen nach Indien und Thailand. Der Anflug durch die schmalen Täler ist sicherlich eine Herausforderung für die Piloten und die Fluggäste.

Kurz danach erreichen wir unser Hotel für die nächsten zwei Nächte, das Gangtey Palace. Dieser ehemalige Palast eines Mitglieds der Königsfamilie ist auf jeden Fall das Hotel Highlight der Reise. Individuelle Zimmer mit authentischer Einrichtung, viele kleinere und größere Ausstattungsgegenstände, die große Grünanlage und vor allem die schnuckelige Bar mit einem herrlichen Ausblick über die Stadt und die Berge machen das Hotel unvergleichlich.

Wir trinken unseren Begrüßungstrunk natürlich in dieser tollen Bar und freuen uns, dass wir hier zwei Nächte bleiben dürfen.

15.04.2010 - Nach Paro

Letzte Aktualisierung 11.07.2018


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Jean-Marie Will